Skyrl - Städte und Dörfer(Ko)

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Skyrl

Skyrl

1341 - heute
(Skrle)
mundartlich Stierl


Frau Margaretha Schön, geb. Ebenhöh aus Wodierad hat auch dieser Datei -Skyrl- ihren Stempel aufgedrückt. Nach Aufzeichnungen des letzten Bürgermeisters von Skyrl, Herrn Josef Schaffer für unsere Heimatstube in Erlangen und nach Unterlagen des Museums in Komotau. Wir danken auch den Skyrler Heimatfreunden Hilde Neumann (Reichert), Trudl Bormann (Koit), Ferdinand Zörner und Kurt Ruzicka für die Bilder und Informationen.

Der Heimatkreis Komotau dankt Ihnen Allen für Ihre Bemühungen, die alte Heimat in Wort und Bild für die Nachwelt zu erhalten.
Der Ort Skyrl liegt 8,7 km südöstlich von Komotau und 255 Meter über dem Meeresspiegel, zu beiden Seiten des Assigbaches. Er soll im 13.Jahrhundert durch Jan škrle aus Wodierad gegründet worden sein. Jan škrle gehörte zum slavischen Geschlecht der Hrabiše aus dem Raum Bilin, das zu dieser Zeit in Wodierad ein Gut und eine Burg besaß und Mitbegründer des Zisterzienser Klosters Ossegg war (siehe auch Wodierad). Teile des Besitzes in unserem Raum kamen dadurch an das Kloster, so Skyrl, Salesel, Wissotschan, Losan, Hoschnitz und Wteln (bei Brüx). Die 1. Urkunde über den Ort Skyrl stammt aus dem Jahre 1341, ausgestellt von König Johann von Luxemburg, die Skyrl zur Stadt erhob und mit allen Rechten einer Stadt ausstattete, einschließlich der Gerichtbarkeit für die umliegenden Klostereigentümer. Erst nach der Aufhebung der Leibeigenschaft 1848, ging das Stadtrecht verloren und der letzte Amtsrichter, Josef Smetana, schied mit seiner Frau freiwillig aus dem Leben. Auch in unserer Zeit, erinnerten noch das "Amtshaus", der "Galgenberg" (auf der Anhöhe zwischen Skyrl und Salesel) und das Grab der Familie Smetana an das Stadtrecht des Ortes Skyrl im Kreis Komotau.


Das Bild oben links hängt als Ölgemälde in der Komotauer Heimatstube in Erlangen. Es wurde von dem in Skyrl aufgewachsenen, künstlerisch begabten Kurt Ruzicka unentgeltlich gemalt und zeigt "den Marktplatz" von Skyrl, wie er noch in den 30er Jahren des 20.Jahrhunderts aussah. Im Zentrum die Statue des hl. Johann von Nepomuk aus dem Jahre 1720, rechts den Dorfbrunnen und die links und rechts stehenden, für unser Gebiet recht großen Bauerngehöfte. Gemalt wurde das Bild auf Wunsch unserer 1. Gemeindebetreuerin nach der Vertreibung, unserer Rosa Stehlik, nach einer Postkarte von Ferdinand Zörner. Einzelne Details, wie die Wasserträgerin, die Frau die dem Gasthaus zueilt, der Mann der wohl sein Heu wenden geht und auch die Gänse auf der Straße lassen erkennen, dass der Maler liebevoll an sein "Stierl" zurückdenkt. Ich möchte auch aufmerksam machen, dass dieses 2.Bild zeigt, dass Skyrl vom Assigbachtal im Süden nach Norden zur Anhöhe in Richtung Zuscha angelegt ist. Auf dieser Anhöhe führte früher von Sachsen über Komotau herkommend, die alte Meißner Straße – auch Salzstraße genannt – nach Prag. Die Kirche steht etwa auf halber Höhe des Ortes rechts.


Das "Amtshaus" neben dem Assigbach im Jahre 1930. Seit 1875 Eigentum der Gemeinde Skyrl und Schule für die Kinder von Skyrl und Salesel. Vor diesem Schulgebäude steht ein Obelisk des Kaisers Josef II. von Österreich, aus dem Jahre 1720.
Im Jahre 1900 hatte Skyrl 59 Hausnummern und 325 Einwohner. 1930 waren es 66 Häuser und 324 Einwohner. Eine Urkunde aus dem Kloster Ossegg belegt, dass Skyrl im Jahre 1664 bereits ein deutsch besiedeltes Dorf war. Erst nach dem Ende des 1.Weltkrieges und der Gründung der Tschechoslowakischen Republik, wurde der Meierhof, der bis dahin dem Stift Ossegg gehörte, vom tschechischen Staat enteignet und an 8 Tschechen vergeben.
Haupterwerb der Skyrler Einwohner war zu jeder Zeit die Landwirtschaft, auch wenn einzelne Familienväter in den umliegenden Schächten oder im Baugewerbe tätig waren. Angebaut wurden alle Getreidearten, Kartoffeln, Zuckerrüben und Gurken. Das fruchtbare Assigbachtal ermöglichte auch den Anbau von Hopfen und verhalf damit den Bauern zu größerem Reichtum. Sie versäumten trotzdem, den elektrischen Strom in ihre Häuser zu holen!
Das Bild oben links hängt als Ölgemälde in der Komotauer Heimatstube in Erlangen. Es wurde von dem in Skyrl aufgewachsenen, künstlerisch begabten Kurt Ruzicka unentgeltlich gemalt und zeigt "den Marktplatz" von Skyrl, wie er noch in den 30er Jahren des 20.Jahrhunderts aussah. Im Zentrum die Statue des hl. Johann von Nepomuk aus dem Jahre 1720, rechts den Dorfbrunnen und die links und rechts stehenden, für unser Gebiet recht großen Bauerngehöfte. Gemalt wurde das Bild auf Wunsch unserer 1. Gemeindebetreuerin nach der Vertreibung, unserer Rosa Stehlik, nach einer Postkarte von Ferdinand Zörner. Einzelne Details, wie die Wasserträgerin, die Frau die dem Gasthaus zueilt, der Mann der wohl sein Heu wenden geht und auch die Gänse auf der Straße lassen erkennen, dass der Maler liebevoll an sein "Stierl" zurückdenkt. Ich möchte auch aufmerksam machen, dass dieses 2.Bild zeigt, dass Skyrl vom Assigbachtal im Süden nach Norden zur Anhöhe in Richtung Zuscha angelegt ist. Auf dieser Anhöhe führte früher von Sachsen über Komotau herkommend, die alte Meißner Straße – auch Salzstraße genannt – nach Prag. Die Kirche steht etwa auf halber Höhe des Ortes rechts.
Die Kirche von Skyrl mit dem Kriegerdenkmal für die Opfer des 1.Weltkrieges davor und die Bauernwirtschaft Hellmich daneben. Auch diese Federzeichnung fertigte Kurt Ruzicka.
Die Kirche stammt aus der 2. Hälfte des 14.Jahrhunderts und ist auf den Namen des hl. Jakobus geweiht. Der Hauptaltar, die Kanzel und die Altarbilder waren aus dem frühen Barock, die Säulen aus der Spätgotik. Der Kirchturm der Skyrler Kirche ist zweistöckig und hatte von 1654 bis zum 1.Weltkrieg 4 Glocken – wohl eine Besonderheit der "Stadt Skyrl"; denn die umliegenden Kirchen hatten meist nur eine Glocke. 3 dieser Glocken mussten im 1.Weltkrieg für die Munitionsherstellung abgeliefert werden. Erst im Jahre 1934 goß die Firma Herold in Komotau 3 neue Glocken, die von der Gemeinde Salesel – die kirchlich und schulisch bis 1945 zu Skyrl gehörte, dem Mühlenbesitzer Ludwig Zörner und seinem Schwiegersohn und von der Gemeinde Skyrl bezahlt wurden. Die Weihe dieser Glocken feierte man als großes Fest.
Die Fortsetzung des Festzuges, an dem auch die Bürger der umliegenden Dörfer beteiligt waren. Ich war als Kind unter den Wodierader Besuchern.
Leider konnten wir uns nur kurze Zeit über das festliche Geläut der nun wieder 4 Skyrler Glocken freuen; denn zu Beginn des 2. Weltkrieges 1939/40, mußten sie erneut zum Einschmelzen für Waffen abgeliefert werden – diesmal nicht nur 3, sondern alle 4!
Wie bereits erwähnt, gehörte der Ort Skyrl ursprünglich zum Kloster Ossegg, die Kirche bis zum Jahre 1945. Damit war diese Kirche eine Filialkirche der Pfarrei Wissotschan, einer Außenstelle des Zisterzienser Klosters und südlicher Nachbarort von Skyrl, der schon zum Kreis Saaz gehörte. Der westlich von Skyrl gelegene Nachbarort Wodierad gehörte ebenfalls bis 1910 zur Skyrler Kirche und damit zur Pfarrei Wissotschan und dem Kloster Ossegg (siehe auch Wodierad im Internet!).
Der Eingang zum Friedhof in Skyrl und die Leichenhalle. Beerdigt wurden hier die verstorbenen Bürger von Skyrl und Salesel und bis 1910 auch die Toten von Wodierad. Dieser 2.Friedhof (der 1. befand sich rings um die Kirche) liegt etwas außerhalb des Ortes in Richtung Wodierad, umgeben von Racheln (Wasserabflussrinnen aus der letzten Eiszeit) und Feldern (siehe auch Skizze von Skyrl!).
Natürlich hatte die Gemeinde Skyrl auch verschiedene Vereine – zum Schutz der Einwohner und auch zu ihrer Unterhaltung, zur Freizeitgestaltung. Genannt sei hier die "Freiwillige Feuerwehr". Sie wurde im Jahre 1895 gegründet und konnte 1935 das 40. Gründungsfest feiern.
Nach dem 1. Weltkrieg wurde auch in Skyrl der Bund der Landjugend gegründet, der bis 1938, bis zur Besetzung durch Deutschland nach dem Münchner Abkommen, den Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitgestaltung bot. Die Verantwortung hatte zuerst Otto Tichay, dann Josef Schaffer und anschließend Ferdinand Zörner. Die Jugend des Nachbarortes Salesel war einbezogen.
Es wurden Singabende, Ausflüge und Theaterabende veranstaltet, Volksfeste- wie Maibaumfest und Pfingstbirke vorbereitet und auch Bäume am Ort gepflanzt.

Ortsbetreuer:

Emma Kulla
August Bebel Str. 8
39291 Möser
Telefon: 039222-2895
Fotos ca. 2011
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Photos vor 1945
VVVVV
Die Kirche von Skyrl mit dem Kriegerdenkmal für die Opfer des 1.Weltkrieges
davor und die Bauernwirtschaft Hellmich daneben. Auch diese Federzeichnung fertigte Kurt Ruzicka.
Das "Amtshaus" neben dem Assigbach im Jahre 1930. Seit 1875 Eigentum
der Gemeinde Skyrl und Schule für die Kinder von Skyrl
und Salesel. Vor diesem Schulgebäude steht ein
Obelisk des Kaisers Josef II. von Österreich, aus dem Jahre 1720.
Das Bild zeigt einen Weg rechts neben dem Friedhof. Hier hatte Niederwild (Hasen, Rebhühner,
Fasane, Kaninchen) ein geschütztes Gebiet – sehr zur Freude der
Skyrler Jäger. Für die Kinder des Ortes fanden sich hier viele interessante Spielplätze.
er Eingang zum Friedhof in Skyrl und die Leichenhalle. Beerdigt wurden hier die verstorbenen Bürger
von Skyrl und Salesel und bis 1910 auch die Toten von Wodierad. Dieser 2.Friedhof (der 1. befand sich rings
um die Kirche) liegt etwas außerhalb des Ortes in Richtung Wodierad, umgeben von Racheln (Wasserabflussrinnen aus der letzten Eiszeit) und Feldern.
40.Gründungsfest der "Freiwilligen Feuerwehr Skyrl". Es gehörten ihr etwa 30 aktive und 10 passive
Mitglieder an. Ursprünglich besaß sie eine Handspritze, im Jahre 1942 wurde diese durch eine Motorspritze ersetzt.
Das Bild zeigt die Skyrler Fußballer mit einigen Fans in der Mitte der dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts.
Beliebt waren Spiele gegen die Sportler der Nachbargemeinden, gefeiert wurden die Siege in einer der Gaststätten.
Aufmarsch der Landjugend zum "Tag des Bundes der Deutschen"
in Komotau (1936?). Die Jugendlichen von Skyrl und Salesel waren beteiligt.
Skyrler und Saleseler Jugendliche nach einer Theateraufführung in Salesel
- Ostern 1935 -
Nach dem 1. Weltkrieg wurde auch in Skyrl der Bund der Landjugend gegründet, der bis 1938,
bis zur Besetzung durch Deutschland nach dem Münchner Abkommen, den Jugendlichen eine sinnvolle
Freizeitgestaltung bot. Die Verantwortung hatte zuerst Otto Tichay,
dann Josef Schaffer und anschließend Ferdinand Zörner. Die Jugend des Nachbarortes Salesel war einbezogen.
 
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