Bernau - Städte und Dörfer(Ko)

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Bernau

Gasthaus Berta Morgenstern- Nr.11 Ganz oben das größere Haus ist die Schule.
Bernau
(Zakouti)

Bernau liegt am Westhang des Beerhügels im Erzgebirge bis zur Kallich- Plattner Straße hin. In der Nähe entspringt die Biela auf der "Hugillawiese" und speist den "schwarzen Teich". Im Winter ernähren sich die Einwohner vom Erlös des Schachtelmachens, im Sommer von den Arbeiten im Wald.
Der Ortsname dürfte von Beerenau, wie der Beerhübel kommen. Bis 1885 wurden Schwarz- und Preißelbeeren fuhrenweise ausgeliefert.Der Gründer des Ortes war Ritter von Gersdorf, der im 16. Jahrhundert der Besitzer von Bernau war. Er besaß zwischen Bernau und Gersdorf einen Meierhof, früher "Fuhrwerk" oder "Fährberich" genannt.
Das Gemeindesiegel enthielt drei Bäume als Hindeutung auf die Entstehung des Ortes durch Ausrodung aus dem Wald. Bernau gehört zum Postamt Platten und war nach Göttersdorf eingepfarrt.
Die Schule wurde 1879 errichtet , an ihr wirkte auch Pauline Lerch v. Lerchenstamm.
Um 1630 zerstörten die Schweden den Großteil von Bernau. Im Jahre 1692 war der Besitzer Graf Hugo von Martinitz, danach, 1790, Graf Firmin, 1830 Graf Wolkenstein und ab 1880 die Stadtgemeinde Görkau.
Die Franzosen hatten sich bei ihrem Rückzug aus Rußland im Herbst 1813 einquartiert, ein Waldweg namens "Franzosen Steig" erinnert daran.
Der 20.Jänner war ein Privatfeiertag, der ab 1777 dem Namenspatron Fabian und Sebastian gewidmet war. Als im Jahre 1772 ein Drittel der Bernauer dem Hungertyphus zum Opfer fiel , hörte die Krankheit am Namenstag der oben erwähnten beiden Heiligen auf. So kam es zum Gelöbnistag.
Bernau, das erste Haus oben links ist ein Gasthaus gewesen. Dieses wurde kurz vor Kriegsende mit 16-17 jährigen Burschen belegt (Volkssturm). Sie hatten eine Tellermine und mehrere Panzerfäuste. Ein Junge spielte mit der Mine und diese explodierte. Von den etwa 30 Burschen gab es 13 Tote, das Haus wurde unbewohnbar. Dies geschah am 24.4.1945.
Laut Statistik zählte Bernau 1869   330 Einwohner, 1930   228 Einwohner mit 55 Häusern. Die Einwohnerzahl bis 1945 ist nicht bekannt.
Die Einwohnerschaft von Bernau:
3 Schuster, Morgenstern Oswald, Raab Eduard, und Raab Karl
1 Schneider, Tobisch Josef,
2 Gasthäuser, Mahner Gustav und Morgenstern Berta mit Tanzsälen.
1 Tischler, Köllner Franz
2 Kolonialwarengeschäfte Agert Karl u. Strecha Ludwig
1 Schule, Oberlehrer Mendlik Franz (anfangs der 30 Jahre bis 1944)
1 Kapelle
1 Straßenwächter, Ott Franz
1 Uhrmacher, Morgenstern Edwin
1 Mühle mit Brotbäckerei, Wonda Ludwig
1 Sägewerkbesitzer, Zwonarsch Franz
Bürgermeister war Siegert Emil von 1940 bis 1945 (vorher war Morgenstern Hermann)


Gefallene der Gemeinde Bernau im 2. Weltkrieg

Agert Franz, vermißt in Rußland
Helmert Franz, geb. 1915 gefallen 1941 in Rußland
Helmert Reinhold, geb. 1922, vermißt in Italien
Krallert Reinhold, geb. 1922, gefallen in Rußland
          Krallert Josef (Vater von Reinhold), im Juni 1945 von den Russen verschleppt,in Berlin verstorben
Morgenstern Ernst, geb. 1923 gefallen 1944 in Italien
Morgenstern Hermann, geb. 1912, vermißt in Rußland
Morgenstern Wilhelm, geb. 1915, gefallen in Rußland
Raab Otto, geb. 1920, gefallen in Rußland
Raab Josef, geb. 1916, gefallen 9.8.1942 bei Stalingrad
Schulz Karl, Hs. Nr. 8, vermißt in Rußland
Schulz Karl Hs. Nr. 57, vermißt unbekannt
Strecha Franz, Geb. 1915, gefallen in Rußland
             Zwonarsch Alfred, verstorben an einer Lungenentzündung,                    August 1941 in Rußland
Zwonarsch Herbert, geb. 1923, vermißt 1943 in Stalingrad
Halbe Aufnahme vom oberen Teil Bernau`s
Bernauer Schule Nr. 56
Bernau- untere Ansicht vom Ort li. unten an der Bezirksstraße Nr. 55
Sägewerk- Besitzer Klement Zwonasch Oben die 7 Sakramentshäuser
Bernau- Wondra Mühle (Berschlmiehl) Mühle und Brotbäckerei Besitzer Ludwig Wondra Nr. 13
an der Bezirksstraße nach Kallich und Komotau oben rechts Haus von Wilhelm Löschner Nr. 14
Bernau- obere Teilansicht
Ortsbetreuer:

Ortsbetreuer:

Gerald Bretfeld

Wallbergstr. 18c

82054 Sauerlach

Telefon 08104-1223


 
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