Hohentann - Städte und Dörfer(Ko)

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Hohentann

Hohentann
Der obere Ortsteil von Hohentann (nach 1930)

Hohentann
(Vysoka Jedle)
1367 - heute




Herr Johann Wagner betreute das Dorf Hohentann, am Erzgebirgsrand gelegen. Herr Wagner hat viel Sachverstand walten lassen, um sein schönes Dorf in das rechte Licht zu rücken. Hohentann war immer eine Pforte in unser Komotauer Land. Deutsche hatten ihm eine Blüte beschert, von der heute nichts mehr zu sehen ist.
Herr Wagner verstarb nach langem schwerem Leiden im September 2005.
 Der Heimatkreis Komotau dankt ihm posthum für seine Leistungen im Dienste unserer Heimat.


Über die Gründung unseres Ortes ist nach den vorhandenen Unterlagen geschichtlich wenig nachzuweisen. "Hohentanne" soll im Jahre 1367 erstmals erwähnt worden sein. Über die Entstehung des Ortsnamens gibt nachstehende Aufzeichnung Auskunft:
1367 Hohentanne
1490 Hochtani
1564 Hohenthannen
1608 Hohe Tanne
1657 Hohenthan
Unweit der Burgruine Hassenstein, die im Jahre 1418 von dem Grafen Niklas von Lobkowitz
Der mittlere Ortsteil (vor 1930)
Die Kapelle
 übernommen wurde, soll nach der Pfarrchronik (Sage) durch die Ansiedlung einiger Platzer einwohner der Ort Hohentann entstanden sein. Durch die Auswirkungen des Hussitenkrieges verloren einige Platzer Bewohner ihr Hab und Gut. Sie zogen deshalb bergaufwärts und erbauten sich bei einer hohen Tanne ein Haus (Nr.7). Später folgten weitere drei und zuletzt waren es sieben Häuser.
Im Jahre 1747 wurde unweit vom Ort von der Gemeinde eine Steinsäule mit den Bildnissen des hl. Florian und des Erlösers errichtet. Außerdem errichtete man am Feldwege von Platz nach Sonnenberg das sogenannte "Rote Kreuz" von W. Plamper, die "steinerne Marter" gegen Platz von Karl Pertl im Jahre 1749 und gegen Plaßdorf die "Steinerne Erlösersäule" von den Eheleuten Johann und Johanna Springer.
Die Gemeinde besitzt nur eine kleine, vom Ortsvorsteher(Bürgermeister) W. Plamper im Jahre 1840 erbaute Kapelle. Sie war mit einer viel älteren Glocke bestückt, welche ursprünglich an einem hölzernen Galgen hing.
Der Ort Hohentann, an der Hagensdorf- Platz- Zollhäuser Straße und am Fuße des Schweigersberges gelegen,
 gehörte zur Hagensdorfer Herrschaft. Das Gemeindeamt bestand seit dem Jahre 1840 und führte im nebenstehendem Amtssiegel eine "Hohe Tanne". Als erster Ortsvorsteher fungierte Wenzel Plamper. Ihm folgten Ignaz Haumer bis 1887, Karl Bartl bis 1896 und Ignaz Janka.
Das Gemeindebudget betrug durchschnittlich 250 fl., die Steuer 400 fl. und für den herrschaftlichen Besitz 350 fl.Durch die Einnahme von 700 fl. und einer Ausgabe von nur 300 fl. war ein durchschnittlicher Reingewinn von 400 fl. möglich. Der notwendig gewordene Straßenbau bdingte von 1898 an 36% der Gemeindeumlagen, die Schulumlagen erforderten 10%, Geschäftsstücke 400 fl. pro Jahr.

Aufnahme von 2007
Die Bodenfläche der Gemeinde betrug 373,92 ha. Einwohner, alle deutscher Abstammung und katholischen Glaubens, bewohnten die noch bestehenden Gebäude der 29 Anwesen. Die Poststelle, sowie der Arzt befanden sich in Deutsch Kralupp, der Gendarmerieposten in Sebastiansberg. Unser Ort Hohentann gehörte zum Kirchspiel Platz. In die Schule ging man ca. 1 km, ebenfalls nach Platz, der kleinsten Stadt Böhmens.
Durch einen Orkan im Feber 1898 wurden die herrlichen Fichtenwaldungen des Schweigerberges zum größten Teil zerstört. Das rauhe Klima ließ nur Roggen, Flachs, Kartoffeln und Dorschen gedeihen. Die Bewohner beschäftigten sich nicht nur mit Ackerbau und Viehzucht, sondern auch mit 
"Gorlnähen" und Klöppeln. Ein Nebenerwerb im Winter war Besenbinden und Korbflechten. Die Gorlnäherei wurde bereits im Jahre 1808 von Ludwig Melzer eingeführt und von der Firma Tscherner und Lorenz bis zum Jahre 1910 weiter betrieben.
Ein Fleischer, ein Gastwirt und ein Kolonialwarenhändler hatten eine Erwerbsquelle. Die Rindviehzucht war im Aufschwung begriffen. Die durchschnittlichen Ernteerträge waren bei 900 hl Getreide, 3000 hl Kartoffeln, 1000 hl Dorschen und 2000 hl Futter.
Lohnende Aussichtspunkte sind der Karl- Wenz- Felsen und die Schweigerkuppe. Aus den zahlreichen Quellen dieses unebenen Terrains sammelt der Ortsbach, später "Lohbach" genannt, seine Gewässer. Dieser Bach speist den Ortsteich.
Die Komotauer kamen gerne nach Hohentann, weil es bei uns die schönsten Staapilz gab. Ein Besuch im dortigen Gasthaus und der nahen Burgruine Hassenstein wurde von vielen "Schwommesuchern" wahrgenommen.
Handschriftliche Aufzeichnungen über den Besitzwechsel, beginnend vom Jahre 1562 bis zum Jahr 1928, von einzelnen Anwesen (1-13) des Ortes Hohentann, wurden nach der Verwüstung des Gemeindebüros im Jahre1945 gefunden. Der Name des Schreiber ist nicht bekannt.. Erst durch den Schriftleiter unserer Komotauer Heimatzeitung, Landsmann Gerhard Steiner konnten Aufzeichnungen von Wilhelm Hauschild aus Aussig durch Kopien aller 32 Anwesen des Ortes in der Hohentanner Heimatchronik im Jahre 1992 festgehalten werden.
Die Besiedlung des Ortes betrug 1930 121, im Jahre 1939 nur noch 110 Einwohner.
Bereits in den Sommermonaten 1945 begann die Vertreibung der ansässigen deutschen Einwohner. Die Ansiedlung von Tschechen und Slowaken begann kurze Zeit danach. Einige Hausbesitzer mußten in den letzten Tagen die oberste Getreidekammer bewohnen, denn unten wohnten die neuen "Besitzer". Fast alle Einwohner wurden in die sowjetische Besatzungszone abgeschoben. Vier Familien erreichten erst 1949 den goldenen Westen.

Einwohner 1939: 110

Z.Zt. kein Ortsbetreuer

Folgende Gemeindevorsteher haben sich um das Wohl von Hohentann verdient gemacht:

Ignaz Janka

Eduard Thiersch

Josef Tscherner

Karl Bartl

Karl Berbalk

Edwin Wagner

Den im 2. Weltkrieg vermißten und gefallenen Söhnen unserer kleinen Gemeinde zur Ehre:

Barth, Herbert 22 Jahre

Bartl, Karl 31 Jahre

Frank, Herbert 20 Jahre

Lässig. Eduard 22 Jahre

Löb, Hermann 35 Jahre

Reichl, Otto 47 Jahre

Springer, Ernst 29 Jahre

Springer, Leo 18 Jahre

Wagner, Karl 21 Jahre

Wagner, Ludwig 23 Jahre


 
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