Ojes - Städte und Dörfer(Ko)

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Ojes

Ojes
Blick von Ojes nach Kaitz, rechts hinter den Bäumen die Biela.
Ojes
(Ujezd)

Das Dorf lag eine halbe Stunde östlich von Görkau. Die Häuser standen reihenförmig von Süden nach Norden an der Görkau- Brüxer Bezirksstraße. Ojes wurde vom Bielabach durchflossen und von der Dux- Bodenbacher Bahn durchschnitten.
Die Ortsbewohner befaßten sich mit Landwirtschaft und bauten Weizen, Korn, Gerste und Hafer an. Einige Ansässige waren als Fabrikarbeiter bei der Firma Kühne & Söhne tätig.
Frau Gertrud Woest, geb. Harzer, aus Rostock hat uns freundlicherweise einige der eingescannten Fotos überlassen. Wir freuen uns, Ihnen über einen weiteren untergegangen Ort berichten zu können. Frau Woest hat uns eine Liste der Häuser von Ojes und deren Eigentümer gesandt, so wie sie nach Erinnerung ihres 92 jährigen Vaters zur Zeit der Vertreibung existierten. Ihren Bemühungen sei herzlichen Dank. Wir werden die Erinnerung an Ojes hoch halten und versuchen, sie unverfälscht wiederzugeben. Frau Anna Müller, geb. Münchenbach, Ortsbetreuerin von Ojes, hat diese Beschreibung ergänzt, so daß ein umfassendes Werk des Ortes Ojes daraus entstanden ist.
In der Ortsmitte stand eine sehr alte Kapelle, die später durche eine neue Kapelle abgelöst wurde. Dies war der hl. Maria geweiht. 1931 wurde die Kapelle renoviert, nach Abschluß der Arbeiten neu geweiht und dazu ein großes Fest gefeiert.
An der Bezirksstraße stand eine Dampfmühle mit Brettsäge der Gebrüder Seifert. Eine Schwester war mit Ladislaus Kubalek, dem "Herrn Major", verheiratet. Ein Sohn, Kurt Kubalek, lebt in Wien. Eine andere Schwester, die Seifert Friedl, ist 1991 hundertjährig in Wittenberg gestorben. Als 1929 Kaitz seine Wasserleitung bekam, sollte auch Ojes eine solche bekommen. Die Bauern wollten aber ihre Brunnen mit dem guten Trinkwasser behalten. So bekam Ojes keine Wasserleitung.
Zur Schule und in die Kirche gingen die Kinder nach Görkau. Ein guter, bequemer Weg, Steig genannt, führte durch die Wiesen, nahe der Biela.

An der Bahn zurück:
Fam. Schmidt, Heinrich Fam. Loos
Fam. Käs
Fam. Volkmann Fam. Franz Seifert- Bauernhof
Fam. Dittrich Fam. Triebe Emma, Laden/ Karl Triebe
Fam. Sehrig Wenzel
Fam. Dietrich Rudolf
Fam. Harzer Otto Fam. Schubert, Bauernhof
Fam. Harzer Josef Fam. Glaser
Fam. Rosenkranz Fam. Klug Lorenz, Trafik
Fam. Neumann Fam. Feit Franz, Helwig
Fam. Klement Otilie Fam. Harzer Ernst, Vater von Frau Woest
Fam. Bauer Willi Fam. Unger
Fam. Rosenkranz Anton Fam. Gröschel
Fam. Petrak
Fam. Koch Emil- Bauernhof Fam. Schläger
Fam. Pflugbeil Fam. Neumann
Fam. Pinks Fam. Hertel
Fam. Loos Fam. Hermann Franz
Fam. Haupt
Fam. Grahl ?

Frau Woest, geb. Harzer berichtet :
Am 30. August 1945 mußte meine Mutter mit 3 Kindern die Heimat verlassen. Wir wurden über Reizenhain ausgesiedelt. Im September 1945 kamen wir nach Droyßig bei Zeitz / Sachsen Anhalt. Ich hatte damals die 2. Schulklasse absolviert. Seit 1955 leben wir in Rostock.

Frau Müller, geb. Münchenbach berichtet:
Die Menschen in dem kleinen friedlichen Ort haben im Krieg viel Leid erfahren. der Bauer Schubert verlor seine beiden Söhne, Josef und Egon. Fam. Koch, Sohn Franz, Fam. Triebe, Sohn Hosef, Fam. Glaser, Sohn Herbert- 17 Jahre-, Bauer Karl Loos wurde bei einem Einsatz in Kroatien von Partisanen erschossen. Heinrich Schmidt wurde 1945 in Komotau im berüchtigten Todeslager Glashütte von den Tschechen ermordet. Er hinterließ eine Frau mit zwei kleinen Kindern, Jürgen, geboren 1939 und Renate, geboren 1945.
Im Jahre 1978 wurde Ojes und Kaitz abgerissen und gingen in einem Stausee unter.

Heute:
Wenn Sie heute auf der Schnellstraße von Komotau/ Chomutov nach Brüx /Most fahren ist die Stelle, an der Ojes stand etwa 1 km nach der 2. Ausfahrt von Görkau/Jirkov auf der rechten Seite. Unter dem Bahndamm ist der oben erwähnte See zu sehen. Die Biela wurde eingerohrt und ist in diesem Gebiet nicht mehr zu sehen.
Das Haus von Ernst Harzer, Elternhaus von Frau Woest, geb. Harzer

Das Gasthaus Blechschänke stand im Dorfteich und war über eine stabile hölzerne Brücke zu erreichen.
Kirche und Bauernhof Schubert
Am Dorfplatz stand eine Pumpe mit Trinkwasser für alle. Rechts hinter der Kapelle
war ein kleiner Kolonialwarenladen, Inhaber war Herr Triebe. Oben die Häuser an der Wasserpumpe.
Häuser von Fam Rosenkranz und Harzer. Der Weg führt nach Görkau.
Brücke hinter unserer Gastwirtschaft.
Haus von Fam. Ernst Harzer
In der Ortsmitte stand eine sehr alte Kapelle, die später durche eine neue
Kapelle abgelöst wurde. Dies war der hl. Maria geweiht. 1931 wurde
die Kapelle renoviert, nach Abschluß der Arbeiten neu geweiht und dazu ein großes Fest gefeiert.
Im Hof von Bauer Schubert wurde das Foto mit den vielen Kindern,
von denen auch welche von Kaitz sind, gemacht.Kaplan war
Hochwürden Josef Gürtler aus Görkau.Er war auch unser Katechet in der Schule.
Das Haus der Familie Neumann hatte die Nummer 33 und war das letzte, das gebaut wurde.
Die Häuser von Volkmann Franz, Dittrich, Harzer Otto.
Haus Triebe Otto.
Am Ortsplatz von links: Pflugbeil. Pinks,  Loos Karl, Haupt.
Im Winter: Koch Emil und seine Linden, rechts Haus der Familie Neumann, Nr. 33
Ortsbetreuer:

Jürgen Schmidt
Ferdinand-Freiligrath-Str. 20
01454 Radeberg
Tel: 03528-442711 –
E-Mail: schmidt.j-goerkau@t-online.de
 
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