Kunnersdorf- Gewerbe - Städte und Dörfer

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Kunnersdorf- Gewerbe

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Gewerbe
Bäcker

Am Beginn des unteren Dorfes hatte Emil Müller einen Konditorei- und Bäckereibetrieb (zwischen dem Lebensmittelladen Brandl und dem Konsum in der Nähe von ESKU),

ein weiterer Bäcker, Franz Pacher, hatte sein Geschäft oben auf der Hütte an der Ecke zum Weg nach Schimberg. Beide Betriebe waren Ausbildungsbetriebe.

Beide Bäcker hatten je zwei Kinder, Emil Müller Jungs und Franz Pacher Mädchen.

Der ältere Sohn des Bäckers Müller, Heinz Müller, erlernte ebenfalls das Bäckerhandwerk, und war nach der Ausweisung in Deutschland bis zu seinem Rentenalter in seinem Beruf tätig. Die jüngere Tochter des Franz Pacher, Helga Pacher, lernte noch zu Hause bei ihrem Vater.


Dachdecker

Hugo Eichhorn hatte im oberen Dorf schräg gegenüber vom Engelteich ein Dachdeckergeschäft, das er von seinem Vater übernahm. Das Geschäft schien gut zu florieren. Er besaß ein großes Haus, an dessen Giebelseite über die ganze Wand verteilt eine Anzeige für ETERNIT angebracht war, in den dreißiger Jahren sowohl wegen der Größe der Reklame als auch wegen des neuen Werkstoffs ETERNIT ungewöhnlich und Aufsehen erregend, jedenfalls beeindruckte diese Reklame sehr.


Fleischer (Metzger)

Fleischer gab es mehrere in Kunnersdorf.

Im unteren Dorf waren dies Albin Grund (vormals Reichl),

Franz Vogel, im Gasthaus zur Weintraube

Gustav Schubert (ehemals Zarte).

Im oberen Dorf die Filiale Grund beim Bauer Kupferschmied neben Panzer;

Hermann Wächter (später Nürnberger).

Auf der Hütte gab es den Fleischer Heinrich Tauber, der aber sein Geschäft schon vor Kriegsende nach dem Tod seiner einzigen Tochter Bertl aufgab und den Schlachter Tannenberger, den später Goschalla ablöste.


Frächter

Zwei Frächter besorgten das Fuhrwesen in Kunnersdorf. Es waren dies

Franz Schubert auf der Hütte und Franz Thiel im unteren Dorf.

Sie  hatten Pferdefuhrwerke zum hauptsächlichen Transport von Kohle. Weitere Frächter sind nicht erinnerlich.


Friseure

Beide Friseure Kunnersdorfs befanden sich im unteren Dorf.

Das Geschäft des Franz Urban lag gegenüber der Weigel-Trafik und den Friseur Willibald Kolbe fand man ganz unten im Dorf. Emil Schmied frisierte auf der Hütte unweit vom Hofer-Gasthaus.


Gärtner und Blumenbinderei

Herr Lasak züchtete neben der Eisenbahn-Haltestelle Rosen (wegen des raffinierten  Versandes sehr günstig gelegen). Er brachte interessanterweise seine Rosen in Eisbehältern in oft große Entfernungen auf den Weg;

Franz Preißler hatte eine Gärtnerei auf der Hütte und

Franz Sladek gehörte eine Blumenbinderei in der Nähe des Friedhofs.


Gastwirtschaften

Zahlreiche Gastwirtschaften befanden sich in allen Teilen Kunnersdorfs.

Angefangen im oberen Dorf hatte der

Gastwirt Hermann Wächter eine Schankstube "Zur Krone", die er später auf seinen Schwiegersohn Nürnberger übertrug.

Danach folgte in der Nähe der Haltestelle das Gasthaus Ferdinand Hauptvogel

"Zum grünen Baum" (ehemals Gröschl),

das gekoppelt war mit dem Kino, dessen Besitzer in Görkau wohnte.

Ungefähr 200 m weiter in der Nähe der Kapelle hatte die

Witwe Ludmilla Vogel ihre Gastwirtschaft "Zur Weintraube".

Wiederum ca. 200 m fand man zurückgesetzt von der Straße die

Gastwirtschaft "Zur Sonne", die Franziska und Heinrich Hortig bewirtschafteten,

und last not least gab es noch das

Gasthaus Franz Hassmann namens "Zum goldenen Löwen".


Im Ortsteil Hütte befand sich das

Gasthaus Gallert, "Zur Linde", das Susanne Gallert gehörte, und das

Gasthaus der Familie Hofer "Zum Sandwirt".


Händler

Frau Leopoldine Zarte handelte nach Aufgabe ihrer Fleischerei sowohl mit Glas und Porzellan als auch mit Handarbeitsartikeln und Tischwäsche. Ihr Geschäft befand sich ebenfalls unmittelbar unterhalb der Bahn.


Das Geschäft des Fahrradhändlers Franz Lotze befand sich im unteren Dorf. Er hatte stets einen guten Zuspruch, weil Fahrräder in unserer verkehrsarmen Gegend sehr gefragt waren und die Finanzierung eines Fahrrades im Rahmen des Möglichen lag.


Gemüsehändler waren Hugo Friedmann auf der Hütte und Anton Weiss gegenüber vom Kino nahe der Bahn.


Der Milchhändler Anton Glöckner – die Familie fuhr jeden Morgen mit einem kleinen Leiterwagen, dem Arbeitshunde vorgespannt waren, Milch zu ihren Kunden – wohnte mit seiner Familie im Honlhaus im oberen Dorf.


Emil Panzners Kolonialwarenladen war weithin bekannt. Er befand sich ungefähr in der Mitte des Ortes, sein Angebot reichte von Lebensmitteln aller Art, Schreibwaren bis hin zu Eisenwaren, man bekam schlechthin alles, was man im Haushalt benötigte.

Kunnersdorf hatte auch einen sogenannen "Konsum", der von Alois Eisert betrieben wurde. Er befand zwischen ESKU und Kirche.

In unmittelbarer Nähe hatten die Eheleute  Franz und Berta Brandl ein Lebensmittel-geschäft.

Das nächste Lebensmittelgeschäft beherbergte im Untergeschoß die Tropschugmühle. Der Inhaber war Franz Kupferschmied.

Im unteren Dorf hatte Frau Schuldes ihren Lebensmittelladen.

Auf der Hütte betrieben Franz Agert und Eduard Kunz Handel mit Lebensmitteln.


Schräg gegenüber von ESKU hatte Lina Klepsch ihren Schnittwarenladen. Man konnte bei ihr außer Stoff und Schneiderzubehör auch Wirkwaren wie Pullover und Strickjacken, Socken, Unterwäsche u. ä. kaufen. –

Ein ähnlicher Laden befand sich unterhalb der Bahn schräg gegenüber der Kirche, der Frau Marie Jistel gehörte.

Desgleichen handelte auch Frau Rosa Weber (Fleischerrosl) mit Schnitt- und Galanterie-waren, allerdings ohne Laden.


Ein Viehhändler, Franz Strauch, lebte im oberen Dorf. Er wohnte im Hause des Herrn Oberlehrers Ernst Fischer am Ortsausgang rechts


Tabak-Trafiken gab es drei, eine im oberen Dorf in der Nähe der Schule, sie wurde betrieben von Frau Julie Krehan; eine im unteren Dorf in unmittelbarer Nähe des Feuerwehrhauses, sie gehörte Frau Anna Weigel. Die dritte Trafik war im Besitz der Familie Alois Maschat am Ortseingang Hütte. Zur Erläuterung: Tabaktrafiken waren kleine Häuschen, in denen nur Tabakwaren verkauft wurden. Die Krehan-Trafik und die Marschat-Trafik hatten sich den Verkauf mittels eines Fensters eingerichtet, in der Weigeltrafik konnte man aber auch Sprirituosen bekommen, sehr zum Leidwesen so mancher Ehefrau, wenn sie am Freitag (Geldtag auf dem Schacht) auf ihren Mann  wartete, dessen Heimweg an dieser Trafik vorbeiführte.


Hebamme

Die weit und breit bekannte Hebamme Marie Kocourek, die am 7. 9. 1941 65jährig ihr 40jähriges Dienstjubiläum feierte, hatte in dieser Zeit rd. 4000 Kindern auf die Welt geholfen. Frau Kocourek war eine beliebte und couraschierte Tschechin. Sie wohnte mit der Familie ihrer Tochter (ebenfalls Tschechen) im oberen Dorf oberhalb der Gaststätte Zur Krone. Fast alle jüngeren Kunnersdorfer, Schimberger und Hohenofner wurden von Frau Kocourek zur Welt gebacht. Eine zweite Hebamme in unserer Gegend war Frau Matz aus Bartelsdorf, ebenfalls eine Tschechin und außerordentlich tüchtig.


Kapellmeister

Zwei Kapellmeister unterrichteten in Kunnersdorf Geige, Blasinstrumente, Klavier und Akkordeon. Sie hatten beide eigene Kapellen und spielten bei Bällen zum Tanz und auch zu sonstigen Anlässen auf. Es waren dies der Kapellmeister Franz Köhler in der Ziegen-gasse und der Kapellmeister Josef Schwabe, gegenüber von Panzner, der auch bei Festgottesdiensten mit seiner Kapelle in der Kirche präsent war und dort auch einen Chor einbrachte.


Klempner

Im oberen Dorf gab es den Spengler und Installateur Otto Schlesier, der von der Dachrinne bis zur Wasserleitung alles montierte. In den Niederschriften der Gemeindesitzungen wird sein Name mehrmals bei der Vergabe von Installationen erwähnt.


Konditor

Das süßeste Geschäft in Kunnersdorf war die Konditorei Gründig (Frau Gründig war eine geborene Weiss "Griezeichweiss"). Das Geschäft lag dem Gemüseladen Weiss vorgelagert an der Hauptstraße gegenüber dem Kino. Eine Brücke führte von der Hauptstraße in das kleine Kaffee. Die Liebesknochen, Törtchen und das gute Eis sind sicher allen Kunnersdorfern noch in Erinnerung.


Maler (Anstreicher)

Ein bekanntes Malergeschäft war der Familienbetrieb des Karl Ulbrich gegenüber vom Kaufladen Panzner. Außerdem gab es bis ca. Ende der dreißiger Jahre in der Ziegengasse den Maler Wenzel Pietschmann, der jedoch nach Deutschland übersiedelte.

Modistin

Der Hutsalon von Frau Marie Riedl befand sich hinter dem Kino. Ihre Arbeiten waren beliebt und über Kunnersdorf hinaus bei den Damen sehr gefragt.


Müller

Die zwei Mühlen in Kunnersdorf, zum einen die Engelmühle im oberen Dorf, die man allerdings in den dreißiger Jahren still legte und deren Gebäude zu Mietwohnungen aus-baute, und die Tropschugmühle, die sich im unteren Dorf am Eingang der Ziegengasse befand. Diese bewirtschaftete der Müller Hegenbart. Von den beiden Teichen dieser Mühlen war der Tropschugteich bekannter. Er diente nicht nur der sogenannten Naherholung (Schwimmen, Rudern), sondern auch den Gastwirtschaften als "Eisschrank".  Außerdem hatte sein Grund eine historische Geschichte. Der Eisschrank und die Geschichte werden an anderer Stelle eingehender beschrieben.


Schlosser

Schlosserwerkstätten hatten die Brüder Julius Kowarschik (neben ESKU) und

Josef Kowarschick im unteren Dorf.


Schneider

Die Schneider Eduard Götzl und Anton Pek, beide im oberen Dorf, der Schneider Hübler im oberen Teil des unteren Dorfes (im Obergeschoß des Hauses Zarte) und Anton Patek im unteren Dorf. Alle vier waren Herrenschneider.

Als Damenschneiderinnen fungierten im oberen Dorf die Liewald Hedl (als Hausschneiderin) und im unteren Dorf die Weigel Annl (Trafik).


Schmied

In K. gab es nur einen Schmied, nämlich Karl Jugl gegenüber der Kapelle. Er war in der Hauptsache Hufschmied, den die Fuhrleute aus der ganzen Umgebung bei ihren Braunkohlentransporten aufsuchten, um ihre Pferde beschlagen zu lassen.


Schuster

Im oberen Dorf führte der Honl-Schuster Reparaturen aus und verkaufte auch Schuhe aus eigener Fertigung, vor allem Skischuhe; auf der Hütte schusterte Ernst Agert; Josef Schottenbauer gehörte ein Schuhgeschäft (Nachfolger des ehemaligen tschechischen Schuhgeschäftes Bata in der Nähe der Bahn). Ob er auch Schuhe reparierte, ist nicht bekannt.


Tischler

Willibald Müller (neben Panzner), Franz Klausnitzer (Ziegengasse), Rudolf Riedl (hinterm Kino). In der Hauptsache waren es Möbeltischler. R. Riedl hat sich allerdings in den dreißiger Jahren auf Stühle spezialisiert.


Wagner

Eine Wagnerei gab es im oberen Dorf, und zwar Willibald Klöcker (direkt beim Klöcker-Bauer). Eine Zeitlang wurden dort auch Skier gefertigt.


Nach der Gedenkschrift des Herrn Karl Kraus haben die Gewebetreibenden Kunnersdorfs mit dem Deutsch-völkischen Turnverein im Gallertgasthaus Hütte am 9.12.1935 eine Verkaufs- und Weihnachtsausstellung veranstaltet. Die Aussteller waren folgende Gewerbetreibende: Ernst Schwab (Elektro- und Metallwaren), Max Thiel (Gründig-Fabrik), Franz Hermsdorfer, Josef Strecha, Karl Gründig, Willi Klöcker (Holz-, Spiel- und Wintersportartikel), Josef Jugl (Elektroinstallateur), Josef Lotze (Fahrräder und Nähmaschinen), Ernst Agert (Schuhmacher), Emil Hohnl (Schuhwaren), Rudolf Riedel (Sesselerzeugung), Josef Edelmann (Radios) Hermann und Martha Laube (Käseerzeugung), Marie Riedel (Modistin), Lina Klepsch (Schnittwaren), Eduard Schmatz und Willi Müller (Zimmereinrichtungen), Anton Pek, Eduard Götzl (Herrengarderobe), Julie Dittrich (Damenschneiderin), Emil Frank (Tapezierer und Sattler), Imkersektion Kunnersdorf, Ferdinand Grießl, Josef Ulbrich, Josef Faßmann Josef Walter, Franz Peking (heimische Maler), Otto Schlesier (Spengler). Des weiteren kamen Erzgebirgsspielwaren, Volksbücher und verchiedene Handarbeiten zur Ausstellung.
 
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